Am Donnerstag, den 04.12.2008 (21.00 Uhr) zeigt Arte den Film "Mission"
mit Robert de Niro und Jeremy Irons.
Die Guarani-Indianer im südamerikanischen Urwald, geraten im 18. Jahrhundert zwischen die Fronten.
Es geht um Machtinteressen der Spanier, Portugiesen als auch der Amtskirche.
Eine weitere zentrale Rolle im Film spielen die Jesuiten, die
in dieser Zeit versuchen die Guaranis zu missionieren.
Die Jesuiten geraten in einen Konflikt zwischen gelebtem Glauben und
geforderter Folgsamkeit durch die Amtskirche.
Praktizierte Nächstenliebe auf der einen, Leerformeln auf der anderen Seite.
Ein Film über Glaube, Schuld, Sühne, Verrat und Moral.
Wie weit darf Folgsamkeit gehen? Mit welchen Mitteln ist Gewalt zu bekämpfen?
Großartige Naturaufnahmen, eindringliche Darsteller und eine ergreifende Musik,
lassen den Film unter die Haut gehen.
"Mission" lässt durchaus einen Brückenschlag in heutige Zeiten zu.
Die Kontrolle und Unterdrückung von Ethnien, bis hin zur Vernichtung anderer Kulturen, wird fortgesetzt.
Minderheiten werden verfolgt und ausgebeutet, ohne dass sie ein Minimum
an Chance hätten, zumindest Menschenrecht wahrzunehmen.
Die UN gibt gerade mal 1 Prozent ihres Budgets für Menschenrechte aus.
Ihre Charta "feiert" am 10. Dezember den 60zigsten Jahrestag.
Profit ist gestern wie heute, das schlagende Argument um
globale, in diesem Sinne kulturelle Vielfalt, auszurotten.
Man nennt das dann wirtschaftliche Entwicklung und Notwendigkeit im
Dienste der Globalisierung. Tatsächlich werden mehr als jahrhundertalte
Gewohnheiten, Traditionen und Kenntnisse vom Leben vor Ort,
einfach ausgebeutet und ausradiert. Dabei geht es um Menschheitswissen.
Das natürliche und spirituelle Leben wird als unnütz und rechtlos erklärt.
Es findet ein globaler Prozess der Korrumpierung statt.
Dem Existenzkampf der einen, steht die Spass- und Überflussgesellschaft
der anderen gegenüber.
Das Ausmaß an Gleichgültigkeit und Ignoranz, bleibt jedoch nicht unbeantwortet.
Während viele unbeachtet sterben, greifen andere zu Waffen.
Sie haben nichts mehr zu verlieren.
Verteilungsungerechtigkeit und Missachtung, findet eine Entsprechung
in vielfältigen Reaktionen. Es wird zu verstärkter Radikalisierung kommen,
siehe Bombay (Mumbai) oder das Piratentum vor der Küste Somalias.
Mit einer Militärmaschinerie lassen sich solche Probleme dauerhaft nicht lösen.
Machtdemonstrationen und Okkupationen, siehe Irak und Afghanistan,
rufen verstärkte Gewalt und Hass hervor. Ein Scherbenhaufen par exellence
wird geschaffen, ein historisches Gedächtnis, welches durch Wut und
Ohnmacht gespeist wird. Die Rede vom globalen Dorf wirkt angesichts
dieser Entwicklungen wie eine Farce.
Arte wird schon am Dienstag den 02.12.2008 (21.00 Uhr) einen Blick auf den gemachten Hunger werfen.
Der Themenabend lautet: "Mit Vollgas in die Hungerkrise".
Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln töten massenhaft Menschen,
ganz ohne Gewehre und Granaten. Ein paar Mausklicks genügen.
Samstag, 29. November 2008
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